Der Test dauert dreißig Sekunden
Öffne deine Website auf dem Handy. Lies den ersten Satz auf der Startseite laut vor. Und dann frag dich ehrlich: Könnte dieser Satz genauso gut über der Praxis drei Straßen weiter stehen?
Bei den meisten Praxen lautet die Antwort ja. „Ganzheitliche Behandlung auf höchstem Niveau." „Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen." „Individuelle Therapie für Ihr Wohlbefinden." Das sind keine Sätze über deine Praxis. Das sind Sätze über alle Praxen — und damit über keine.
Warum das passiert
Nicht, weil die Agentur schlecht war. Sondern weil sie nicht wusste, was bei euch passiert. Wer nie in einer Praxis gearbeitet hat, kann nicht wissen, was Manuelle Therapie von KG-ZNS unterscheidet, wie ein Dienstplan entsteht oder warum die Kollegin am Freitag früher geht. Also schreibt er das, was immer geht. Und was immer geht, sagt nichts.
Dazu kommt ein zweiter Grund, der unangenehmer ist: In vielen Projekten musste die Praxis die Texte selbst liefern. Zwischen zwei Behandlungen, abends, unter Zeitdruck. Was dabei herauskommt, ist selten das, was die Praxis ausmacht — es ist das, was sich am schnellsten schreiben ließ.
Was das mit Bewerbungen zu tun hat
Ich unterrichte Physiotherapie. Ich sitze regelmäßig vor Leuten, die in ein paar Monaten fertig sind und sich entscheiden müssen. Was die vergleichen, steht auf fast keiner Praxis-Website:
- —Wer arbeitet mich ein — und wie lange?
- —Werden Fortbildungen bezahlt, und wer entscheidet darüber?
- —Wie ist der Dienstplan wirklich? Wer springt ein, wenn jemand krank ist?
- —Wie viele Patienten pro Tag? Wie lange pro Behandlung?
- —Wer ist das Team — nicht als Portraitgalerie, sondern als Menschen?
Steht davon nichts da, vergleichen sie euch mit den Praxen, bei denen es dasteht. Und entscheiden sich dagegen, ohne dass ihr je davon erfahrt. Es gibt keine Absage. Es gibt nur keine Bewerbung.
Warum eine Stellenanzeige das nicht rettet
Eine Anzeige bringt jemanden dazu, euren Namen zu googeln. Was dann passiert, entscheidet eure Website — nicht die Anzeige. Wenn dort dasselbe steht wie überall, war das Geld für die Anzeige der teuerste Teil eines Vorgangs, der ohnehin schon verloren war.
Eine Praxis, die ich betreue, hat in drei Jahren über 30 Bewerbungen bekommen. Die meisten kamen direkt über die Website. Nicht, weil dort ein besonders schöner „Wir stellen ein"-Button klebt, sondern weil man dort sieht, wie es bei ihnen ist.
Was du selbst prüfen kannst
- —Streich in Gedanken deinen Praxisnamen von der Startseite. Erkennt man euch trotzdem? Wenn nein: Der Text beschreibt nicht euch.
- —Such auf deiner Seite die Antwort auf „Wie läuft die Einarbeitung?". Findest du sie in unter zehn Sekunden?
- —Schau, wo dein Kontaktformular steht. Muss jemand scrollen, um es zu finden?
- —Öffne die Karriereseite. Ist sie für Bewerber geschrieben — oder ist es die Patientenseite mit einer Überschrift?
Willst du wissen, woran es bei dir liegt?
In 20 Minuten erzählst du mir, wo deine Praxis steht. Ich sage dir, ob ein Befund sinnvoll ist — oder ob du gerade etwas anderes brauchst. Kostenlos, und ich sage dir auch, wenn ich nicht der Richtige bin.
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